Ernährung: Ist Gluten ungesund?

Gluten, Glutenintoleranz, Glutensensibilität und Zölakolie sind in aller Munde und inzwischen ist auf der Rückseite vieler Produkte “glutenfrei” oder “enthält Gluten” abgedruckt. Aber was ist eigentlich Gluten und warum streichen es so viele Menschen aus ihrer Ernährung?

Gluten ist ein Klebeeiweiß, das in vielen Getreidesorten wie beispielsweise Weizen, Dinkel oder Bulgur vorkommt. Durch seine Klebefähigkeit kräftigt es die Struktur des Getreidekorns und sorgt in Backwaren für eine leckere Konsistenz.

Der Verzehr von Gluten hängt jedoch bei einigen Menschen nachweislich mit einer Entzündung der Schleimhaut im Dünndarm zusammen.

Da der Darm eine Vielzahl von Funktionen hat, kann diese Entzündung zahlreiche Auswirkungen haben, wie z.B. Hautprobleme, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung, Gelenkschmerzen, Unverträglichkeiten, Depressionen oder Panikattacken.


Über die letzten Jahrzehnte sind allerdings zwei Dinge passiert, die Gluten zu einem gesundheitlichen Problem für viele Menschen haben werden lassen:


1. Unser Leben ist schneller geworden

Je schneller unser Alltag wird, desto mehr belegte Brote, Sandwiches, Pitas, Döner, Pizza, Kuchen, Muffins, Burger, Croissants, Nudeln, Kekse usw. nehmen wir zu uns. Es geht schnell, ist sehr günstig, schmeckt gut, ist immer verfügbar und gibt uns schnell Energie.


2. Produkte enthalten mehr Gluten.

Weil wir einen hohen Bedarf an Getreide haben, hat man Hybride gezüchtet, die weniger Wasser zum Wachsen brauchen, stärker und resistenter sind. Die natürliche „Urform“ von beispielsweise Weizen gibt es eigentlich gar nicht mehr. Gluten is in diesem neuen Getreide meist sehr hoch konzentriert und wir nehmen auch dadurch größere Mengen Gluten zu uns.

Außerdem werden glutenhaltige Mehle auch immer mehr zur Verdickung beispielsweise in Soßen und Fertigprodukten verwendet.


Wie du herausfindest, ob du glutenhaltige Lebensmittel gut verträgst.

Vorab sei gesagt, dass viele Menschen Gluten problemlos verdauen können.

Diejenigen, die eine wirkliche Gluten-Unverträglichkeit, eine Zöliakie haben, bemerken das meist schnell und können es eindeutig durch einen Test beim Arzt überprüfen lassen.


Die meisten Menschen, die Gluten meiden, haben eine Gluten-Sensibilität. Wenn du ungeklärte gesundheitliche Symptome hast, hilft nur eins: meide Gluten für einige Wochen und finde heraus, ob deine Symptome besser werden. In dieser Zeit ist es sehr hilfreich, ein Tagebuch zu führen, um zu dokumentieren, was du zu dir nimmst und wie du dich fühlst.


Für mich hat das vollständige Weglassen glutenhaltiger Produkte einen riesigen Unterschied gemacht! Meine Bauchschmerzen und mein Sodbrennen wurden sofort weniger, mein Stuhlgang regelmäßiger, meine Stimmung besser und mein Geist wacher.


Für alle, die es einmal ausprobieren wollen, schreibe ich eine Liste glutenfreier Produkte an das Ende dieses Beitrags. Außerdem sind alle Rezepte, die ich hier teile, glutenfrei und ich verspreche dir, dass du mit ein bisschen Übung keine Abstriche bezüglich Aufwand, Preis oder Geschmack machen musst.


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Glutenfreie Getreide und Getreideprodukte

Vielen Produkte wird erst in der Produktion Gluten hinzu geführt. Vor allem bei Haferflocken, empfehle ich dir darauf zu achten, dass “glutenfrei” drauf steht. Folgende Produkte sind in der Regel in all ihren Formen (Mehl, Stärke, Flocken etc.) glutenfrei:

  1. Reis

  2. Hafer

  3. Amaranth

  4. Quinoa

  5. Hirse

  6. Kokosmehl

  7. Buchweizen

  8. Erdmandel

  9. Mais

  10. Guakernmehl

  11. Johannisbrotkernmehl

  12. Kartoffeln

  13. Tapioka

  14. Hülsenfrüchte (beispielsweise Kichererbsenmehl)

  15. Nüsse (Mandelmehl etc.)

  16. Samen und Kerne (Sonnenblumenkerne, Leinsamen etc.)


Du kennst weitere Lebensmittel, die in keiner glutunfreien Küche fehlen sollten? Dann schreib unter diesen Post und hilf mir dabei, die Liste zu vervollständigen.

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