Selbstreflexion: Zwei Tools zur Anwendung

Gestern sagte meine Freundin Theresa: "Ich bin gar nicht sicher, wie sehr es mir geholfen hat, viel über Gesundheit zu lesen. Beratungen und Konversationen waren glaube ich viel hilfreicher.

Also am Ende geht es ja um mich selbst und es braucht einfach ganz viel Reflexion und Feedback." Ich finde, damit hat sie absolut Recht.


Dabei gibt es allerdings einen Haken: Unser Selbstbewusstsein steigt leider überhaupt nicht parallel zu unserem Kompetenzniveau (siehe "Dunning Kruger Effekt").


Jetzt fragst du dich wahrscheinlich: Esse ich wirklich so ungesund, wie ich glaube? Habe ich wirklich so viel Stress, wie ich erzähle? Bin ich wirklich so fähig, wie ich mich fühle?

Damit du diese Fragen beantworten kannst, habe ich heute 2 einfache Tools mitgebracht, die dir dabei helfen, dich selbst strukturiert zu reflektieren.


Setz dich alleine oder zusammen mit einem dir lieben Menschen hin und schau einmal, was du über dich selbst lernen kannst.


Übertreib es nicht mit der Selbstreflexion. Unsere Intuition ist mindestens genauso schlau wie unser Kopf.

Das Johari Fenster: Abgleich Selbstbild Fremdbild

2-4 Personen, die dein Verhalten gut kennen | 30min | Ausgedruckte Vorlage und Stift
















Schritt 1: Überlege dir genau, was du reflektieren möchtest*. Sammle für dich beliebig viele Adjektive, die dein Verhalten beschreiben und notiere sie im Feld "Geheim" unten links. Hier findest du Inspiration.

Schritt 2: Falte dein Papier, sodass niemand sehen kann, was du aufgeschrieben hast. Dann reiche dein Papier weiter und bitte deinen Gegenüber Adjektive zu sammeln, die dich beschreiben und sie im Feld "Öffentlich" zu notieren.


Schritt 3: Vergleiche das Feld "Geheim" mit dem Feld "Öffentlich". Was hast du Neues über dich erfahren? Schreibe es nach oben rechts zu "Blinder Fleck". Was hat dein Gegenüber Neues über dich erfahren? Schreibt es zu "Unbekannt" nach unten rechts.


Schritt 4: Tauscht euch über eure Ergebnisse aus. Überlegt welche Eigenschaften euch beiden verborgen bleiben könnten – wie nehmen andere dich wahr? – und schreibt es in das Feld "Unbekannt".


*Beispiele:

- Persönlichkeit allgemein

- Essverhalten, Konfliktverhalten oder Sozialverhalten

- Rolle im Familienkontext, Freundeskreis, unter Kollegen oder in der Partnerschaft



Tagebuch: Reflexion von Verhalten und Situationen

Alleine | 5min pro Tag | 1-3 Wochen | Ausgedruckte Vorlage und Stift


















Schritt 1: Überlege dir, welche Gefühle oder welches Verhalten° du reflektieren möchtest und für welchen Zeitraum.


Schritt 2: Nimm dir jeden Tag abends vor dem Schlafengehen einige Minuten Zeit, um eine Zeile auszufüllen. In welcher Situation beobachtest du das Verhalten an dir? Was passiert unmittelbar bevor du das Verhalten beobachtest? Was passiert unmittelbar danach? Wie fühlst du dich?


Schritt 3: Nach 1-3 Wochen, setz dich in Ruhe hin und siehe das Aufgeschriebene durch. Welche Muster erkennst du? Was kannst du verändern?


° Beispiele:

- Eine bestimmte Emotion (Stress, Wut, Niedergeschlagenheit...)

- Ein bestimmtes Symptom (Bauchschmerzen, Umwohlsein, Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit...)

- Ein bestimmtes Verhalten (Überessen, nicht die Zähne putzen, Fernseh schauen...)


Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Formen von Tagebüchern wie beispielsweise eine einfache Auflistung der Nahrungsmittel, die du zu dir nimmst oder der Stunden, die du schläfst.


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